Holzfenster streichen: Schritt-für-Schritt-Anleitung zur richtigen Pflege
Sandra Eckelmann
Büroorganisation
Holzfenster sind langlebig, ökologisch und wunderschön – aber nur, wenn man sie regelmäßig pflegt. Das Streichen ist die wichtigste Wartungsmaßnahme überhaupt. Wer zu lange wartet, riskiert, dass Feuchtigkeit ins Holz eindringt und teure Schäden entstehen. In diesem Ratgeber erklären wir Schritt für Schritt, wie Sie Holzfenster richtig streichen – und wann es besser ist, einen Tischler zu rufen.
Wann muss ein Holzfenster gestrichen werden?
Fängt der Lack an zu blättern oder die Lasur wird stumpf und rissig, ist es höchste Zeit. Spätestens dann, wenn Sie an einer Stelle mit dem Fingernagel in die Oberfläche kratzen können und das Holz darunter trocken und grau wirkt, sollten Sie aktiv werden. Als Faustregel gilt: alle 5 bis 8 Jahre außen, alle 10 bis 12 Jahre innen.
Achtung: Ein gebrochener oder lückenhafter Anstrich ist kein optisches Problem allein – er ist eine Einladung für Feuchtigkeit. Nasses Holz quillt, trocknet es ungleichmäßig, beginnt es zu reiBen. Im schlimmsten Fall folgt Faulnis.
Lack oder Lasur: Was ist für Holzfenster besser?
Das ist die meistgestellte Frage beim Thema Holzfenster streichen. Die Antwort hängt vom Fenster, dem Standort und Ihrer Bereitschaft zur Pflege ab.
Deckender Lack bildet eine feste, wasserabweisende Hülle um das Holz. Er sieht klassisch aus, hält länger – aber wenn er erst einmal bricht, muss er vollständig abgenommen werden, bevor ein neuer Auftrag möglich ist. Deckende Lacke eignen sich besonders für stark beanspruchte Außenbereiche.
Lasur dringt ins Holz ein, ist atmungsaktiver und pflegeleichter, weil Nachsträiche direkt auf dem alten Anstrich möglich sind. Allerdings muss man häufiger nachstreichen als bei Lack. Lasuren eignen sich gut für geschützte Bereiche und für alle, die das natürliche Holzbild erhalten möchten.
Im Denkmalschutz ist außerdem zu beachten: Hier schreiben die Behörden oft bestimmte Farbtöne und Anstrichsysteme vor. Mehr zum Thema Denkmalschutz-Fenster.
Schritt-für-Schritt: Holzfenster richtig streichen
Schritt 1: Vorbereitung und Schutz
Decken Sie Gläser und Beschläge sorgfältig mit Malerkrepp und Folie ab. Entfernen Sie lose Beschläge, die sich abnehmen lassen. Wählen Sie einen trockenen, bewölkten Tag – direkte Sonneneinstrahlung lässt den Anstrich zu schnell anziehen und führt zu Blasen.
Schritt 2: Alten Anstrich schleifen
Schleifen Sie die gesamte Fläche mit 80er-, dann 120er-Schleifpapier. Ziel ist eine gleichmäßig matte Oberfläche ohne Glanzstellen – nur dann haftet der neue Anstrich richtig. Rissige oder abblätternde Stellen müssen vollständig bis aufs blanke Holz abgetragen werden. Danach Staub vollständig entfernen.
Schritt 3: Schadstellen ausbessern
Kleine Risse und Fugen mit Holzkitt oder Fensterkitt ausfüllen, glattsäubern und trocknen lassen. Danach erneut leicht überschleifen. Prüfen Sie auch die Gummidichtungen: Harte oder gerissene Dichtungen müssen vor dem Streichen ersetzt werden.
Schritt 4: Grundierung
Eine Grundierung ist kein optionaler Schritt – sie versiegelt das Holz und stellt sicher, dass der Deckanstrich haftet. Verwenden Sie immer das Grundierungssystem des Herstellers, der auch den Deckanstrich produziert. Mischsysteme funktionieren oft nicht richtig. Grundierung trocknen lassen (Herstellerangaben beachten).
Schritt 5: Anstrich auftragen
Lackieren oder lasieren Sie mit einem hochwertigen Pinsel – keine Rolle für Holzfenster, da Rollen Höhlungen schlecht erfassen und Luftblasen entstehen. Tragen Sie dünne Schichten auf, immer in Maserungsrichtung. Zwei dünne Schichten sind besser als eine dicke. Zwischen den Schichten leicht überschleifen (240er Papier) und Staub entfernen.
Schritt 6: Abklebeband entfernen und Nacharbeiten
Entfernen Sie das Kreppband, solange der Anstrich noch leicht feucht ist – so reiBt er nicht ab. Reinigen Sie Glasflächen von Lackspritzern mit einem Cuttermesser, sobald der Lack vollständig durchgetrocknet ist.
Wie oft sollten Holzfenster gestrichen werden?
Das hängt von der Lage des Fensters ab. Süd- und Westseiten sind am stärksten beansprucht (direktes Sonnenlicht, Regen, Wind) und sollten alle 5 bis 6 Jahre behandelt werden. Nord- und Ostseiten kommen oft 8 bis 10 Jahre ohne Nachstrich aus. Innen reichts länger, aber auch hier gilt: nicht vergessen.
Wann lohnt sich die Arbeit eines Tischlers?
DIY klingt günstig – aber nicht immer ist es das. Wenn das Holz bereits Faulstellen hat, Fugen undicht sind oder Sprossen nachgefertigt werden müssen, lohnt sich eine professionelle Einschätzung. Ein Tischler kann in solchen Fällen teuren Folgeschäden vorbeugen. Außerdem schreibt der Denkmalschutz in manchen Fällen zwingend ein Fachunternehmen vor.
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